Elektrogrills

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Kaum werden die Tage wieder länger und die Außentemperaturen nähren sich der 25 C° Grenze, wird in diesem Land zum Grill gegriffen und hinaus damit in die freie Natur. Allerdings gibt sich der “Grillexperte” von Welt heutzutage nicht nur mit einer schnöden Bratwurst zufrieden und serviert statt dessen Fleisch-, Fisch- und Gemüse-Kreationen in den verschiedensten Variationen. So ähnlich verhält es sich bei seiner Auswahl des richtigen Grills und die ist heutzutage wirklich mannigfaltig. Es gibt sie in den verschiedensten Größen und Preisklassen, als Stand-, Kugel- oder Tischgrill. Aber die grundlegende Frage lautet, auf welche Art und Weise soll der Grill betrieben werden? Soll es ein Holzkohle-, Gas- oder ein Elektrogrill sein?

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Bildquelle: Tim Reckmann / pixelio.de

Seit den letzten Jahren zeigt es sich, dass neben dem klassischen Holzkohlegrill, immer mehr der Elektrogrill im Kommen ist. Einer ihrer Vorteile liegt in der leichten Handhabung sowie in ihrer Einfach- und Kompaktheit. Besonders Menschen, die nur über einen Balkon verfügen, greifen eher zu einem solchem Gerät. Zum einen weil in vielen Mietshäusern nur Elektrogrills erlaubt sind und zum anderen bleibt das Verhältnis zum Nachbarn weiterhin entspannt, da unangenehme Rauchschwaden vermieden werden.

Welche Arten von Elektrogrills gibt es?

Genau wie bei den Holzkohle- und Gasgrills, gibt es die Elektrogrills in den verschiedensten Varianten. Diese unterscheiden sich nur geringfügig in ihrer Handhabung.

Der Tisch- oder elektrischer Standgrill

Besonders beliebt sind Tischgrills, da sie durch ihre kompakten Form sehr schnell und universell einsetzbar sind. Manche von ihnen können zusätzlich mit Standbeinen versehen werden, so dass sie auch im Garten eingesetzt werden können. Und sollte einmal das Wetter nicht mitspielen, so findet der Grillabend im Hause statt. Im Gegensatz zum Holzkohlegrill, ist der Elektrogrill ohne große Vorheizzeit schnell einsatzbereit. Nur einschalten, die richtige Temperatur per Thermostat einstellen und schon kann es losgehen. Das austretende Fett des Grillgutes wird in einer mit Wasser gefüllten Schale aufgefangen. Bei Inbetriebnahme als Tischgrill innerhalb der vier Wänden, ist lediglich darauf zu achten, dass das Fett nicht in Berührung mit dem Heizsystem kommt. Durch die Antihaft-Beschichtung der Roste, ist die anschließende Reinigung ebenfalls völlig problemlos. Die meisten Elektrogrills lassen sich schnell zerlegen und mit klarem Wasser abspülen.

Der Raclettegrill

Raclette GrillDie bekannteste Variante des Elektrogrills ist wohl der Raclettegrill. Sein Ursprung liegt in der Schweiz. In jenen Tagen wurde ein mittelgroßes Feuer entfacht und eine Pfanne mit besonders fetthaltigem Käse in dessen Nähe gestellt. Begann der Käse zu schmelzen, so wurde dieser gewürzt und anschließend zusammen mit den verschiedensten Beilagen gegessen. Die moderne Variante ist dagegen natürlich wesentlich unkomplizierter. Heutzutage werden die Raclettegrills in der Regel als ein ganzes Set verkauft. In den beiliegenden Pfännchen, die Stückzahl variiert zwischen 2 – 10, werden je nach Geschmack mit den unterschiedlichsten Lebensmitteln gefüllt. Viele Raclettegrills bieten zusätzlich die Möglichkeit oberhalb des Grills, weitere Gerichte zuzubereiten. So können zum Beispiel in einer runden Form Crêpes hergestellt werden oder unter Verwendung einer Platte, kann Fleisch in einer Pfanne gebraten werden. Oftmals gehören zu den Sets Holzschaber, mit deren Hilfe die fertigen Gerichte aus den kleinen Pfännchen geholt werden können, ohne dabei die Teflonbeschichtung zu beschädigen.

Der Lavasteingrill

Diese Art zu Grillen gehört wohl zur gesündesten Methode. Dabei werden besonders leicht Hitze leitenden Steine (meist Schiefer) auf Temperatur gebracht. Diese verbreitet sich sehr schnell und vor allem sehr gleichmäßig auf die gesamte Grillfläche. In der Regel werden Lavasteingrills mit Gas betrieben, aber die Elektrovarianten besitzen dagegen den Vorteil, dass sich die Wärmeverteilung besser regulieren lässt. Sofern kein Fett vom Grillgut auf die Steine tropft, dass zur einer gesundheitsbedenklichen Rauchentwicklung führen kann (wie beim Holzkohlegrill), kommen die Lebensmittel nur mit dem Grillrost in Berührung.

Der Teppanyaki Grill

Der Teppanyaki ist eine Grillmethode, die aus dem asiatischen Raum kommt. Der Name steht für die Speisen, welche auf einer heißen Stahlplatte zubereitet werden. “Teppan” bezeichnet die Stahlplatte, während “yaki” für die Speisen steht, die auf einer solchen gegart werden.

Teppanyaki GrillDas physikalische Phänomen der Induktion, den dieser Grill nutzt, wurde bereits 1831 von Michael Faraday entdeckt. In sehr vereinfachter Form erklärt, funktioniert die Induktion wie folgt: Durch die Veränderung eines magnetischen Feldes, entsteht sehr schnell eine große Menge Strom. Dies macht sich vor allem durch eine erhöhte Wärmeentwicklung bemerkbar, die für bestimmte Zwecke genutzt werden kann, wie zum Beispiel zum Grillen oder Kochen. Dieses Verfahren kommt auch bei Induktionsherden zum Einsatz.

Beim Teppanyaki Grill können alle Arten von Gerichten und Lebensmitteln zubereitet werden. Die geräumige Stahlplatte bietet dazu ausreichend Platz. Nicht nur das Prinzip sondern das gesamte Konzept des Grills ist beeindruckend. Außerdem besticht er durch seine simple Bedienbarkeit. Da ein Teppanyaki als Tischgrill konzipiert ist, kann jeder Gast auf ganz individueller Weise sein eigenes Gericht zusammen stellen. Da sich die Temperaturen exakt zwischen 50 C° und 250 C° einstellen lassen, können auch besonders hitzeempfindliche Speisen darauf zu bereitet werden. Auch ist bei diesem Grillkonzept nur ein Minimum an Fett von Nöten. Durch diese schonende Zubereitungsart gehen bei den Speisen nicht die gesamten Vitamine verloren.

Was ist beim Kauf und Inbetriebnahme eines Elektrogrills zu beachten?

a.) Der Elektrogrill sollte nach den eigenen Anforderungen ausgewählt werden. Am besten eignen sich Geräte, die mit einem Temperaturregler ausgestattet sind. Denn nur so kann das Grillgut länger warm gehalten werden, ohne das es verbrennt.

b.) Vor dem ersten Grilleinsatz sollte unbedingt die Gebrauchsanweisung gelesen werden. Auch sollte vor dem eigentlichen Grilleinsatz, der Grill einmal richtig erhitzt werden, um den Schutzfilm auf der Heizschlange zum Verdampfen zu bringen. Ansonsten könnte es sein, dass beim ersten Grillabend das Grillgut unappetitlich nach Plastik schmeckt.

c.) Auch beim Elektrogrill ist auf eine stand sichere Aufstellfläche zu achten. Die Unterlage sollte aus einem festem und hitzebeständigen Material bestehen. Ungeeignet sind Glastische, lackierte Möbel und Unterlagen aus Stoff sowie aus gummierten Materialien. Auch ist vor Inbetriebnahme darauf zu achten, dass ein ausreichender Abstand zu den Wänden eingehalten wird.

d.) Vor dem Kauf sollte man sich vergewissern, dass das mitgelieferte Stromkabel über eine ausreichende Länge verfügt.

e.) Zusätzlich lässt sich während des Grillens Energie sparen, wenn während des Grillvorgangs der mitgelieferte Deckel verwendet wird. So ist sichergestellt, dass auf diese Weise weniger Hitze entweicht und das Grillgut schneller gart.

f.) Während des Grillens sollte das Gerät im Schatten stehen. Bei direkter Sonneneinstrahlung könnte es sonst passieren, das der Thermostat des Grills eine falsche Temperatur misst. Dies macht sich durch eine geringere Heizleistung bemerkbar.

g.) Vor dem Grillen sollte man sich vergewissern, dass alle Teile korrekt und fest miteinander verbunden sind. Auch sollte darauf geachtet werden, dass die Auffangschale für das Fett mit Wasser gefüllt ist. Unter keinen Umständen sollte über die Heizstäbe Alufolie gelegt werden, da es ansonsten zu einem Hitzestau kommen kann. Dieser kann das Gerät wohl möglich beschädigen.

h.) Die Leistung des Gerätes sollte nicht zu gering gewählt werden. Als absolute Mindestgrenze gelten Angaben um die 2.000 Watt.

Was kosten Elektrogrills und wie schnitten diese in den einschlägigen Tests ab?

Gebrauchsfähige Elektrogrills sind ab 25 Euro zu haben. Gute bis sehr gute Geräte erhält man schon für 50 – 60 Euro, wobei die Preisspanne nach oben weit über 300 Euro liegen kann. Elektrogrills wurden in den letzten Jahren von den verschiedensten Institutionen und Verbraucherorganisationen getestet. Hierbei wurde deutlich, dass die Geräte ab 70 – 80 Euro hinsichtlich ihrer Funktionalität und Gebrauchsfähigkeit denen über 300 Euro in nichts nach standen. Exemplarisch folgen drei Geräte, die in ihrer Kategorie bei preis.de mit der Note “sehr gut” bewertet wurden:

a.) Rommelsbacher BBQ 2002 (Preisspanne von ca. 69,95 Euro bis 99,41 Euro)

Die Leistung des Grills liegt bei 1.900 Watt. Der rechteckige Tischgrill kann wegen seinen 2 separat regulierbaren Grillzonen (eine geriffelt, die andere glatt) auch als Teppanyaki genutzt werden. Der 10,3 cm hohe und 65 x 29 cm große Tischgrill verfügt über ein steuerbaren Thermostat. Die aus Aluguss gefertigten Grillplatten sind mit einer Antihaft-Beschichtung versehen und herausnehmbar. Zur Ausstattung gehören neben einem Reinigungsschaber, noch ein Windschutz, eine Fettauffangschale und Kontrolleuchten.
Rommelsbacher BBQ 2002

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b.) Steba VG 250 (Preisspanne von ca. 81,90 Euro bis 119,00 Euro)

Die Leistung dieses Grills liegt bei 1.800 Watt. Der runde Grill mit einem Durchmesser von 40 cm, ist sowohl als Tischgrill als auch Standgrill zu verwenden. Die Temperatur ist stufenlos einstellbar. Die aus Aluguss bestehende Grillfläche ist herausnehmbar und antihaft-beschichtet. Die Ausstattung besteht aus einem Windschutz, Fettauffangschale, Grillhaube und einem Thermostat.

c.) Rommelsbacher FG 2200 /S (Preisspanne bei ca. 101,50 Euro)

Die Leistung dieses Grills liegt bei 2.200 Watt. Der als reiner Teppanyaki zu nutzende Grill fällt schon durch seine sechseckige Bauweise besonders auf. Das hitzebeständige Kunststoffgehäuse misst 54 x 47 x 7 cm. Die Grillfläche ist antihaft-beschichtet. Das Gerät ist ebenfalls mit einem Thermostat ausgestattet. Zum Lieferumfang gehören neben 4 Tellern, noch Dipschälchen, Eßstäbchen und ein Grillbesteck.

Die Vor- und Nachteile von Elektrogrills

Vorteile:

- Grillen ist drinnen und draußen möglich
- Kostengünstig (trotz hohem Stromverbrauch)
- Schnell und komfortabel
- Eine besonders saubere Art zu Grillen
- Kein offenes Feuer, damit hohe Sicherheit
- Leicht zu Reinigen

Nachteile:

- Wegen dem Fehlen des offenen Feuers, kein authentisches Grillen
- Nicht geeignet für das Grillen in freier Natur
- Benötigt eine Steckdose in der Nähe
- Der typische rauchige Geschmack beim Grillgut fehlt
- Meist kleinerer Grillrost als bei Holzkohle- oder Gasgrills